GEORGIA

Atlanta

Für den 1. Mai hatten wir uns für die Nacht eine Überfahrt mit dem Flixbus nach Nashville gebucht. Hierfür war das Umsteigen Nachts in Atlanta, der Hauptstadt des Staates Georgia, erforderlich, weil es für unsere Strecke keine direkte Verbindung gab. Nashville stand auf unserer Liste der unbedingt zu besuchenden Orte weit oben. Besonders freuten wir uns auf die lokale Country und Rock Livemusik in den ganzen Bars und Kneipen, die dort den ganzen Tag über gespielt werden soll.

Unser Bus sollte Abends erst planmäßig gegen 21:00 Uhr losfahren und wir hatten die Chance noch so lange im Zimmer bleiben zu können, statt schon wie angegeben mittags auschecken zu müssen. Wir schauten regelmäßig in die App und wir trauten unseren Augen nicht. Die Abfahrtszeit wurde immer wieder und immer weiter nach hinten verschoben. Erst waren es nur 45 Minuten, später 1,5 und irgendwann fast drei Stunden. Zu dem Zeitpunkt wussten wir nicht, ob wir unseren Anschluss in Atlanta bekommen würden oder vielleicht sogar gar nicht mehr in der Nacht aufbrechen konnten.

Lisa, unser toller Host in Jacksonville, brachte uns mit dem Auto gegen 21:00 Uhr zum Bahnhof und hat uns auf dem Weg noch super schöne und tolle Orte gezeigt, die wir bei Nacht bestaunen konnten.

Am Busbahnhof angekommen, war es voll. Viele schauten auf ihrem Handy oder auch am Schalter nach ihren Abfahrtszeiten und Gates für die jeweiligen Busse, die durch das ganze Land fahren. Hierüber werden Städte, Gebiete und Staaten verbunden, weil es größtenteils ein nicht so gutes Schienennetz wie in Europa gibt. Überall saßen Menschen, Reisende, Betrunkene und allen Anschein nach den/die ein oder andere/n, der/die stark unter dem Einfluss von Substanzen umherirrte. Es wurde langsam dunkel und das Publikum veränderte sich immer mehr..


Wir schauten auf unsere App und plötzlich sollte unser Bus doch pünktlich losfahren, sodass wir unser Glück kaum fassen konnten. Jetzt wird alles gut und wir schaffen unseren Anschluss, das dachten wir zumindest.. Die Minuten vergingen und es kam einfach keine Durchsage zur Abfahrt oder zum passenden Gate. So langsam wurde ich ungeduldig und ging zum Schalter. „Sie werden heute noch nach Atlanta kommen, nur wann Sie abfahren werden, können wir noch nicht sagen.“ Daraufhin fragte ich was denn los sein. „Wir wissen noch nicht, wann wir losfahren können. Der Busfahrer ist nicht erschienen und wir können diesen auch nicht erreichen, Sie müssen abwarten.“ Voller Hoffnung warteten wir also weiter ab und die Minuten vergingen. Nach einer Stunde des weiteren Wartens in der Halle, war uns klar, dass wir den Anschluss nicht mehr erreichen würden und haben zum Glück am Nachmittag noch einen neuen Bus buchen können. Das bedeutete allerdings, dass wir ungeplant noch einen Tag in Atlanta gewonnen hatten, dafür aber Zeit in Nashville verlieren werden. Für uns war es aber in dem Moment einfach nur am wichtigsten, in unserem Bus in Richtung Norden zu sitzen, weil wir weder eine Unterkunft für diese Nacht hatten und es auch zu weiteren Problemen in unserer Planung geführt hätte.

In Gedanken versunken und mit dem ständigen Blick auf die App, in der Hoffnung auf eine baldige Abfahrt, hörte ich ein Zischen. Mit einem Blick nach oben auf die anderen Sitzbänke blickte mich ein Mann an und rief mir folgende Sätze in einem lallenden Zustand zu: „Stop arguing“ Dabei machte er die Geste nichts Weiter sagen zu wollen. „Where are you from?“, „Do you live in Jacksonville?“, „Are you from the Ukraine?“… Diese Aussage wiederholte er und ich bin mit den Gedanken wieder abgeschweift. Plötzlich stand er direkt vor mir, verwickelte mich in ein Gespräch und streckte mir seine Hand entgegen. Ich war einfach nur perplex und gab ihm leider auch meine Hand. Völlig lallend erzählte er mir, dass er schon jedes Land auf der Welt bereist hätte und dass er unbedingt meine Adresse haben möchte. „I will visit you and I will pay for everything“. Völlig verdattert wusste ich einfach nicht was ich tun sollte. Nur Eines hatte ich im Sinn: Wie werde ich diesen Menschen wieder los, ohne zu ihn zu verärgern. Auf einmal fing er auch an Yasi voll zu quatschen und die Hand zu gegeben..
Plötzlich wie von einer Tarantel gestochen griff er seinen kaputten Koffer und verließ überstürzt den Busbahnhof und wir waren froh ihn los zu sein. Sofort griffen wir zum Desinfektionsspray…
Wir waren geschockt, aber auch das sind Ereignisse, die auf Reisen passieren. Das nächste Mal sind wir vorbereitet und werden solche Menschen sofort in die Schranken weisen. Eine sehr nette Frau aus Jamaika kam auf uns zu und teilte uns mit, dass Sie uns beobachten hätte. Der Mann hätte sich wohl zuvor seine Hände längere Zeit in der Hose gehabt..😵‍💫

Endlich saßen wir im Bus nach Atlanta mit einer Verspätung von ungefähr zwei Stunden. Der Busfahrer war inzwischen aufgetaucht und teilte allen Mitreisenden mit, dass dieses Busunternehmen ja an der Verspätung Schuld sei und nicht er.
Egal, wir saßen im richtigen Bus, die Straßen, Bäume und Auto zogen an uns vorbei und wir freuten uns auf den nächsten Tag.

Morgens um halb 6 in Atlanta, quasi ohne Schlaf, da der Bus super eng war, befanden wir uns dann im Busbahnhof. Er war sehr überfüllt und viele telefonierten mit den Busanbietern, weil wohl in der Nacht vieles nicht so planmäßig gefahren ist. Wir bekamen mit, dass wohl pünktliche Abfahren aufgrund Personalmangels oft nicht eingehalten werden.

Wie beginnt man einen Tag in einer Stadt ohne Unterkunft morgens bei Dunkelheit am besten? Wir zumindest haben uns zunächst nach Anbietern für die Abgabe unseres Gepäcks informiert, warteten bis es draußen hell wurde und haben dann das am nächsten gelegene Kaffee für ein leckeres Frühstück inkl. einem starken Kaffee herausgesucht. Anschließend konnten wir um neun das Gepäck abgeben.

Atlanta befand sich nicht auf unserer Liste, weshalb wir uns mit der Stadt vorher auch noch überhaupt nicht mit auseinander gesetzt hatten. Im Rahmen der Gepäckabgabe in einem kleinen Kiosk, erzählte uns der Besitzer von seiner Begeisterung zu dem Unternehmen Porsche. Er selbst habe dort einmal als Mechaniker gearbeitet. Kurzerhand schrieb er uns seine Top Auswahl an Sehenswürdigkeiten auf, die von diesem Standort ohne Probleme fußläufig zu erreichen seien.
Er schlug uns das Coco Cola Museum, den Contennial Olympic Park und das Georgia Aquarium vor. Begeistert machten wir uns auf dem Weg und stellten fest, dass diese drei Orte sich in unmittelbarer Nähe zueinander befinden. Coca Cola interessierte uns am meisten und deshalb entschieden wir uns das Museum anzuschauen.

Das Coca Cola Museum ist typisch amerikanisch aufgebaut. Alles ist awesome, great and the best. 🙂
Zunächst wurde uns die Geschichte von Coca Cola in Form einer Präsentation näher gebracht. Voller Begeisterung wurde uns die Entstehungsgeschichte und die Entwicklung des Unternehmens vorgetragen. Als wir uns umschauten sah man überall Ausstellungstücke, Werbematerialen und die Logos aus den verschiedenen Zeiten. Besonders spannend war, dass das Getränk zunächst nur in Apotheken verkauft wurde.

In weiten Räumen gab es noch andere Präsentation zu dem Unternehmen, in denen noch einmal betont wurde, dass es sich laut deren Aussagen um die bekannteste Marke der Welt handeln würde. Im Laufe des Rundgangs wurden noch weitere Materialen aus der Geschichte präsentiert, die auf der ganzen Welt genutzt wurden.

Zum Ende hatten wir noch die Möglichkeit wirklich jedes Getränk des Unternehmens zu testen, welches Weltweit irgendwo angeboten wird. Ob in Thailand, China oder auch Deutschland, war alles dabei. Wir probierten einige und es waren auch leckere Sorten dabei, aber wir stellten mal wieder fest, dass wir am liebsten Wasser trinken. Bauchweh war nach der Kostprobe vorprogrammiert.

Den restlichen Tag verbrachten wir in der Sonne im Contennial Olympic Park, aßen im Food Court von CNN zu Mittag und schauten uns das Martin Luther King JR. Federal Building an.

Alles in Einem kann ich sagen, dass für uns ein Tag ausreichte, um einen guten Eindruck von der Stadt zu bekommen. Abends ging es dann pünktlich weiter mit dem Flixbus zu unserem Ziel Nashville.
Wir konnten die Country Musik schon hören. 😉


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Ein Kommentar

  • Opa

    Hallo ihr Beiden,
    Endlich bin ich dazu gekommen, die neue Seite zu lesen. Wenn ich die Texte so lese geht es euch sehr gut und das freut mich sehr. Hier kehrt jetzt der Frühling ein und es wird langsam wärmer. Ich wünsche euch weiterhin viel Spaß und bleibt gesund.
    Herzliche Grüße
    Opa

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